Mitarbeitergespräche - für das agile Umfeld passend gemacht und dabei den Spaß wiedergefunden (Teil II)

Wenn bei MegaPart ein Mitarbeitergespräch ansteht, bekommen die Teilnehmer*innen bereits in der Termineinladung die Information: „Eine Vorbereitung ist nicht notwendig!“ Das reduziert den Stress. Auch die Vorbereitung durch die Führungskraft ist deutlich geringer als zu den Zeiten, in denen wir noch nach Fragebögen vorgingen.

Das bringt mich zu der von uns eingesetzten Methode. Wir setzen Kartensets ein, die wir selbst herstellt haben, damit sie ideal zu uns passen. Die Kartensets enthalten Begriffe zu „Fachwissen“, „Aufgaben“ und „Soft Skills“. Diese Sets enthalten Spielkarten, auf die wir Begriffe geschrieben haben. Bei Fachwissen finden sich Karten wie „Vertragswissen“, „Bool‘sche Operatoren“, „Active Sourcing“ oder „IT-Wissen“. Im Kartenset „Soft Skills“ sind Themen enthalten wie „Selbstorganisation“, „Arbeitshaltung im Team“, „Impulse einbringen“,„Persönlichkeitsentwicklung“ oder „Beharrlichkeit“.  Themen zu „Aufgaben“ orientieren sich sehr eng am Prozess der jeweiligen Rolle.

Die Kartensets enthalten Begriffe zu „Fachwissen“, „Aufgaben“ und „Soft Skills“

Die Aufgabe der Führungskraft ist es, aus den mittlerweile dutzenden Begriffen im Vorfeld pro Set 8-10 Karten auszuwählen, die für das anstehende Gespräch passend sind. Darin enthalten sind Themen, in denen die Mitarbeiter*innen sich noch verbessern können. Aber genauso auch Themen, in denen sie zuletzt glänzten. So wird auch den Schokoladenseiten Raum gegeben während des Gesprächs.

Im Termin sind die Mitarbeiter*innen die agierenden Personen  – dann passt es auch mit dem größeren Redeanteil. Im letzten Blogartikel hatten wir darauf verwiesen, dass dieser gewünscht ist. Der Artikel ist hier zu finden: Bitte hier entlang.

Er oder sie beurteilt und schildert seine Leistung und seinen Entwicklungsstand zu jedem Begriff und legt die Karten in Relation zueinander auf dem Tisch ab.  Hier sind die Mitarbeiter*innen in einer aktiven und spielerischen Rolle, was beim Denken und Fühlen hilfreich ist und auch Spaß macht.

Zwei Karten werden mit einem kleinen Post-It markiert und Maßnahmen zur Unterstützung werden gemeinsam entschieden. Das sind keinesfalls nur „Mankos“! Immer öfter entscheiden wir uns auch gemeinsam dafür, den Fokus auf die Stärken zu legen und Bereiche zu fördern, die Mitarbeitern gut liegen.

Dieses Vorgehen bringt klare Vorteile mit sich

Besonders nutzbringende Gespräche entstehen, wenn Führungskraft und Mitarbeiter*in die Herausforderungen oder den Entwicklungsstand unterschiedlich bewerten. Unser Format bietet genügend Freiraum, um genau hier gezielt in die Tiefe zu gehen und so die Sicht auf die Dinge abzugleichen.

Hier zeigt der Vorteil des Formats gegenüber den langen Fragelisten, die wir vorher in Verwendung hatten: Die Führungskraft lernt durch Zuhören aus den Schilderungen der Mitarbeiter*innen und die Mitarbeiter*innen finden Gehör. Es entsteht ein gemeinsames Bild über die Erwartungen und die Möglichkeiten – das entfaltet in der Zusammenarbeit eine große Wirkung.

Über welche Bereiche möchten die Mitarbeiter sprechen?

Am Ende des Gesprächs erhält auch die Führungskraft Lob und konstruktive Hinweise zur Verbesserung.

Die Dokumentation beschränkt sich auf ein Foto der gelegten Begriffe, die Schlagworte zu den Maßnahmen, sowie eine kurzes Protokoll, das für beide einsehbar mitgeschrieben wird. Die Dateiablage ist der einzige Arbeitsschritt in der Nachbereitung.

Fällt euch auf, dass ein typisches Gesprächsthema gar keinen Raum auf unserer Agenda erhält? Beförderungen auf das nächste Karrierelevel und Gehaltserhöhungen. Auch wenn diese Punkte für die Zufriedenheit immens wichtig sind, klammern wir sie aus dem Mitarbeitergespräch aus. Der Grund dafür ist, da es hier stets die Rollen „Bittsteller“ und „Genehmigende“ entstehen und das passt mit der Augenhöhe unserer Meinung nach nicht gut zusammen, die wir in diesem Gespräch so wichtig finden.

Das Kartenlegen klappt bei uns nun schon seit zwei Jahren gut. Was wir nun noch verbessern werden, ist die Taktung, die wir deutlich erhöhen werden. Eine Verschiebung von Rollen hat den dafür notwendigen Raum geschaffen.

Sieht man sich öfter zu Gesprächen, muss auch gar nicht jeder Austausch im üblichen Format stattfinden. Zwischendurch genießen wir auch ein intensives "Walk & Talk" bei einem Spaziergang.

Klassische Vorstellungsgespräche sind bei uns überholt

Wichtig ist der häufige Kontakt, um sich die wichtige Zeit zu nehmen, dass der Mitarbeiter/ die Mitarbeiterin auf sich selbst schaut und sich weiter verbessern kann.

Wenn ihr mehr über unser Vorgehen erfahren oder von euren Ideen berichten möchtet, freue ich mich unter  viola.frankenbergmegapart.de über einen Austausch.

 

Viola Frankenberg

Chief Relations & People Officer (CRPO)

MegaPart GmbH

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Autor*in

Viola Frankenberg

Dipl.-Ing.,

Chief Relations & People Officer MegaPart GmbH

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